Fünfzehntes Kapitel

Ende des Vortrags und interessierte Diskussion

 

 

»Am ersten Abend hier hat es mir Dale Noomey so übelgenommen, dass ich Gott zutraue, das Böse in der Welt erschaffen und sanktioniert zu haben. Außerdem hat er behauptet, ›Gott kann nicht lügen.‹ Und dann sprachen wir ja auch danach des längeren über dieses Thema. Da habe ich nun eine interessante Beobachtung gemacht: Im ersten Buch der Könige, Kapitel 22, Vers 22, (wieder mal Mnemo!) sagt Gott zu Seinem himmlischen Hofstaat:

›Wer verdreht König Ahab den Kopf, dass er die syrische Stadt Ramot angreift und dort den Tod findet?‹ bis einer sagt: ›Ich will ihn dazu verleiten.‹ Auf Gottes Frage, wie, sagt dieser Engel: ›Ich werde als Lügengeist aus dem Mund aller Propheten sprechen. Da sagt der Herr: ›Dir wird es gelingen, ihn irrezuführen. Geh hin und tu es!‹

Die Situation ist, dass wir auf Erden zunächst dem sündigen israelitischen König Ahab im Gespräch mit dem gerechteren König von Juda, Joschafat, begegnen. Er will die Stadt Ramot den Syrern wieder abjagen und fragt Joschafats Rat. Der sagt: ›Du sollst zuerst den Herrn fragen!‹ Da antworten also Seine vierhundert Lügenpropheten wie geplant wie aus einem Munde:

›Greife sie an, der Herr wird sie in deine Gewalt geben!‹

Nur Prophet Mischa,« – Und hier lächelt unser Mischa des Namens wegen etwas spitzbübisch-triumphierend,

»der immer Negatives voraussagt, ist nicht dabei. Er wird geholt und sagt auch erst, Ahab solle angreifen, er werde Erfolg haben, also die geplante Lüge in Gottes Auftrag! Aber als Ahab ungläubig näher in ihn dringt, verkündet er sein Gesicht über den oben geschilderten göttlichen Hofstaat, dass also Gott durch die Propheten indirekt gelogen habe! Natürlich glaubt Ahab der nun unangenehmen neuen Nachricht nicht, zieht nach Rama und wird erschossen!

Gott hat also eigentlich doch nicht gelogen, denn nun gibt Er’s ja als absichtlich falsche Information selber zu! Warum aber dann der ganze Umweg, wenn Gott den Ahab nachher sowieso gegen Mischas/Gottes Rat in seinen Krieg und Tod ziehen lässt? Er, Dem alles gehorcht, hätte doch Ahabs Sinn bestimmen können, gleich in den Krieg zu ziehen?

Also warum? Um uns zu zeigen, dass Er einen Lügengeist beauftragen kann und auch beauftragt, Seine Menschen in die Irre zu führen! Darum, lieber Dale! Genau darum! Denn auch das kann Er.

Kann denn Gott sündigen?

Mordet nicht Gott auch Menschen? Befiehlt Er nicht und führt – auch ganze Holocauste – durch? An den Amoritern, den Edomitern? Auf Ihn ist kein Gebot oder Gesetz auszudehnen! Sagt nie: Gott kann nicht. .. Die Araber glauben nicht, dass Gott einen Sohn haben kann. Nun, Er kann – und hat! Wer kann Ihm denn vorschreiben, was Er zu können hat und was nicht? Er ist auch nicht gebunden an Sein eigenes Wort, wie manche behaupten! Er ist an gar nichts gebunden! Er ist die höchste Autorität, nur Er ist wirklich frei. Zum Beispiel verspricht er doch einmal den Israeliten (Exodus 23, 31) das ganze Land »vom Roten Meer bis zum Mittelmeer, von der Wüste im Süden bis zum Eufrat!« Wann haben nun also jemals die Juden dieses versprochene ganze Land besessen?! Oder bezieht es sich noch auf die Zukunft? Oder weil Er im Buch Richter ankündigt, Israel wird wegen Ungehorsams keine weiteren Ureinwohner mehr vertreiben. Dann war Sein anfängliches Wort nicht bindend!

Er hält sich auch nur selber an Sein Wort, weil Er will. Und hier ist das Geheimnis des menschlichen Christenlebens. Die Liebe regiert uns, dann tun wir idealerweise auch nichts mehr, weil wir müssen, aber alles, weil wir wollen. Das ist das Geheimnis vom bleibenzulassenden Legalismus.

USA ist verschworen auf die Gesetzlichkeit, das heißt, sie tun, was sie für gute Werke halten, ganz zugegeben, weil’s ja »gut« sei – abgequält „gegen das Fleisch"! An anderer Stelle haben wir hier im Webbhaus festgestellt, dass der Mensch immer nach seinen Lüsten handelt, – (das lasst ja keinen amerikanischen „Christen" sehen, er liefe rot an!) – sonst ist er ein erbärmlicher Heuchler, und Jeschua selber in der Ichform hat sich gebunden, wenn Er vorhersagt, „dann werde Ich ihm antworten:" Raus hier, erbärmlicher Heuchler, Ich habe dich nie gekannt! Die kleine „Kriegslist gegen sich selber" ist nur, vorher umgeschaltet zu haben, dass du erst „deine Lust" am Wort Gottes und seiner ewigen Wahrheit hast, und zweitens: die Liebe! Eigentlich dasselbe, denn sie allein ist der Antrieb zu Gottes, das heißt, zu den Guten Werken.

Wie vermehren wir uns eigentlich? Durch starke Emotionen! Sex-, Liebes- und Ehetrieb! Ich kann wohl garantieren, dass die Menschheit 99,99% weniger wären, wenn es statt starker Emotion diese abgequälte »gute« Heuchelei gewesen wäre, dass es ein gutes Werk sei, wahrscheinlich wären wir gar längst ausgestorben!

Nun gibt es ja Legionen Geistlicher, Pfarrer, Missionare, Evangelisten, die uns täglich ermahnen, gute Werke zu tun. Aber sie vorenthalten uns den Schlüssel dazu! Im tiefsten Grunde ihrer Seele glauben diese Legalisten nämlich an die Güte des Menschen, durch die wir uns am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen könnten, diese Utopie, die beim Jüngsten Gericht nichts gelten wird, denn „Niemand kommt zum Vater als durch Jeschuas Weg"! Vergesst nicht, dass Jeschuas Joch sehr leicht, und Christsein eine solche Freude ist, dass wir „viel lieben" werden, wie die Frau, der so viel vergeben ist. Nur unser Ego muss vernichtst sein!

Und also – es geschieht ja absolut nie und nirgends im Universum was ohne oder gegen Gottes Willen – hat Er auch Satan beauftragt, zu Seinen Zwecken die Menschheit zu verwirren und in die Irre, das heißt, zur Sünde zu verleiten! Einen ›Propheten‹ zur Sünde und zur Lüge! – Das ist kein Sarkasmus: aus Liebe zu uns, Seinen Geschöpfen! Und weil nichts außer Seinem Plan stattfinden kann, kam auch die Schlange so ins Paradies, und unsere Voreltern hatten keinen freien Willen und keine Antikörper gegen die Verführung und die Lüge, denn diesmal widerruft Gott die Lüge Seines teuflischen Knechtes nicht gleich selber! Also musste genau passieren was dann auch geschah: Adam fiel mit Kind und Kindeskind in Sünde, und das bis aufs Haar genau nach Gottes Wunsch und Plan! Erinnert euch, Gott für zu schwach halten, ist Sünde!

Damit wir nämlich geplant aus dem idealen Paradies in die rauhe Welt kämen. Das war also kein Unglücksfall, denn sogar die legalistischen Kleine-Götter-Christen geben doch zu, dass es bei Gott keine (ungeplanten) Zufälle gibt. Warum versteifen sie sich denn dann so auf die Idee, dass Gott nicht lügen kann? Ist es nicht wieder der humanistische Menschenversuch, Gott endlich einzufangen und auf eine, erstmal ganz kleine, wie-auch-immer menschliche Formel zu bringen? Und zur Sicherheit, dass sie recht hätten, beziehen sie ihre Formel auf Gott selbst. Na, das erinnert doch an die Art Kurzschluss, dass ein Mann sein Bett verkauft, um sich dann mit dem verdienten Geld auf demselben richtig auszuruhen.

Und das fällt mir in diesem Zusammenhang ein: ›Wen Gott liebt, den züchtigt Er!‹ Verzweifle nur nicht, Deutschland, Russland, Rest der Welt!

Und, ach, eines der Rätsel will ich euch heute doch schon offenbaren, das leichtere, rein physikalische! Eigentlich hat es Bob schon getan. Er hat es mir mit seinem Ingenieurshintergrund, was ich selber nicht so kann, richtig ausgerechnet:

Im ursprünglichen Fall befindet sich der schwere Stein noch im Boot und verdrängt durch den dann tiefer liegenden Kahn mehr Wasser als ohne ihn. Im zweiten Fall verdrängt er etwas Wasser durch sein eigenes Volumen auf dem Grunde des Sees. Welches verdrängt nun mehr und treibt den Wasserspiegel am Ufer höher? Das muss im zweiten Fall weniger sein, denn vorher musste das Wasser die Leistung aufbringen, ein Ungleichgewicht zu halten und den schweren Stein im Boot schwimmend zu halten. Das kann es nur durch das Gegengewicht seines nach oben verdrängten eigenen Wasservolumens. Also heißt die Lösung, und nur sie allein, dass der Wasserspiegel am Ende mit dem Stein auf dem Grund, tiefer steht.«

»Heißt ›Schluss‹, dass wir von unserer Schweigepflicht von Fragen nun entbunden sind?« fragt bescheiden Sam, und fährt auf eine Bejahung fort:

»Mich interessiert deine Darlegung über politische Zukunft sehr. Ich möchte Genaueres über die konkreten Pläne hören, die Europa und speziell Deutschland fassen könnte, um endlich wieder frei zu werden und etwa aus dem ›amerikanischen Gängelband‹ herauszukommen. Und wie sollte die neue Unabhängigkeit aussehen? Sollen sie eine neue Regierung – doch wohl keine Republik? – bilden, mit neuer, ganz anderer Konstitution, und ich schreibe die einmal zum Unterschied zu der staatlich befohlenen ›constitution‹ also anders, mit ›K‹ und groß – oder keiner der traditionellen überhaupt? Wie sich entjapanisieren, dein allein übriggebliebenes ›Evil Empire‹ wird das doch nicht zulassen! Sie haben ja bewiesen, dass sie für noch Geringeres mit Krieg reagieren würden, wie sie’s etwa der Sowjetunion bezüglich Ungarns, Tschechei, Polens selber vorwerfen.«

»Wo soll ich da anfangen?« antwortet Mischa,

»Ja, eine neue Regierung ist allerdings in Deutschland jetzt fällig! Sie haben doch bei Gründung der ›Bundesrepublik‹ deutlich diese Klausel daringelassen, dass es ein Provisorium ›bis zur Wiedervereinigung‹ sei und die Mitteldeutschen fairerweise dann ein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht eingeräumt bekämen. Deswegen haben wir noch keine ›constitution‹, sondern nur ein ›Grundgesetz‹, was uns nebenbei bemerkt, viel besser steht weil richtiger, und hoffentlich bleibt. Aber was machen sie? Schlucken die ›Zone‹ ohne Wimpernzucken und ohne Palavern, allerdings nach deren Wahl für die Wiedervereinigungspläne, machen den gleichen Gesinnungsterror gegen die ›Stasi‹-Leute wie nach Hitler, was ja eigentlich aus Rachegelüsten stammt und nun gar keine, nicht einmal demokratische, Denkfreiheit darstellt! Denn selbt da muss doch jeder eine politische Meinung haben dürfen! Sie haben noch nicht begriffen: Wir sind nun auf dem Papier, und von Freund und Feind bestätigt, endlich wieder eine souveräne Nation, was wir seit über fünfzig Jahren nicht mehr waren! Aus feiger Liebedienerei werden Nazitendenzen in der ›Bundesrepublik‹ viel härter verfogt und bestraft als von den ehemaligen Feinden, die mit diesem Terror doch angefangen hatten, nämlich in aller ›Freiheit‹ der politischen Überzeugungen, auch wenn sie Vielen nicht passen! Wir haben es vollständig vergessen und verlernt, etwa unsere eigenen Nürnberger Prozesse zu machen, unsere eigenen Gesetze, unsere Regierung, wirklich im Eigentlichen, im Kern wieder unsere! Hatten unsere Feinde das schon damals erhofft, uns endlich so zu zermürben? Am Ende werden sie noch die Demokraten ebenso wie jetzt die Stasis verfolgen, wenn diese Mode einmal vorbei ist?

Es wird uns allerdings schwerfallen, wieder frei zu sein nach dieser fünfzigjährigen Versklavung im Namen der Freiheit! Nicht nur wegen den Argusaugen unserer westlichen ›Schutzmächte‹, sondern wegen folgendem Problem. Also erstmal, jetzt ist genau die Zeit, mit der ganzen aufdiktierten Revolution Schluss zu machen, die wir selbst zum Glück und unserem bleibenden Stolz nie hatten, – denn uns gellt noch Vater Luthers strenge Warnung davor in den Ohren! – und der Welt als eine der ältesten Kulturnationen vorzumachen, dass noch Gottes Gnadenzeit geschlagen hat und man aus dem Fluch herausbrechen kann.

Aber wie? Schön, als Wilhelm II feigerweise abgedankt hat, haben sich in das Vakuum die zwar keineswegs von Volkesmehrheit gewählten Linken hineingedrängt, und die Republik ›ausgerufen‹. Dieses Unrecht berechtigt uns nun aber keineswegs, ebenso die Macht einfach zurückzuergreifen, selbst, wenn wir könnten. Wenn einer etwas stiehlt, soll man das auch nicht einfach heimlich zurückstehlen, sondern in Recht und Frieden öffentlich wiedererlangen. Außerdem sagt Gott, dass jede Obrigkeit als von Gott zu respektieren sei, also auch die Weimarer, dann Hitler und die ›DDR‹ so wie die ursprünglich ja ebenso aufdiktierte Bundesrepublik. Wir müssen den demokratischen Faden in Deutschland von der Paulskirche an, über Weimarer Republik, Hitler, Besatzungszeit, Bundesrepublik und DDR, respektieren, auch wenn entgegen eigenem linken Postulat, die Mehrheiten wohl nie dafür waren, außer zu unserer Schande, bei Hitler. Aber das ist nur unser Beweispunkt gegen die Demokratie und kein weiteres Problem. Den oder seinesgleichen will bisher keiner mehr.

Ich habe euch schon das Dilemma geschildert und Bob hat es in seinem Pamphlet auch gesagt, dass wir in jedem modernen demokratischen Staat Gefangene der Revolution geworden sind und gerecht nur an die Macht kommen können mit deren demokratischen Mitteln, also Parteien und Wahlgezänk, auch wenn wir die gar nicht wollen, sondern gerade abschaffen möchten. Aber dazu hat der ›freie‹ und gerechte Staat, der die Einzelmeinung zu respektieren vorgibt, absichtlich keinen Raum gelassen. Das ist so wie die Stasi-Verfolgung. So wenig wie die Linken 1918 mit ihren Mitteln, also der Volksabstimmung, damals an die Macht gekommen wären, können wir es heute mit unseren. Und über die Köpfe des Volkes, als eine Revolution, darf es sicher schon gar nicht wieder gehen. Diese Tyrannei ist ein ernstes Dilemma!

In meinem laienhaften Denken kann ich dazu nur folgende Vorschläge machen. Wir müssen wirklich über die Demokratie zum Rechtsstaat zurückgelangen, und besonders Christentum, das man ja, wie du, Sam, es uns gelehrt hast, nicht gegen ihre Überzeugung anwenden darf, hat also in der Tat etwas Demokratisches an sich. Dennoch bleibt wahr, dass wieder kluge und vor Gott gerechte Männer an die Regierung gehören, auch wenn das Volk es nicht begreift und begreifen kann und sie daher nicht rechtens ›wählen‹ kann, und dass jede Obrigkeit wieder Macht und Autorität zu ihrer Arbeit braucht. Und dass solche Autorität, wie früher ganz selbstverständlich, letztendlich auf Gott beruhen muss. Auch ist doch der eingeplante ewige Kampf der Parteien sicher ein Übel, die Fortsetzung von Marx’ Klassenkampf. Eben dagegen halten wir: Liebe deinen Nächsten! Zu einer gottgefälligen Regierung ist ja auch keine Zustimmung von jedem im Volke nötig, ja überhaupt möglich. Die Ärzte behandeln jeden, auch und besonders, wenn bewusstlos, nach der anerkannten Schulmedizin, Israel oder gar Saudi-Arabien sprechen Recht und strafen nach ihren Religionen, auch an den Andersgläubigen.«

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»Also soll eine Delegation, ein Komitee, aus der jetzigen Regierung eine Gruppe gerechter Männer, nicht unbedingt aus dieser Regierung oder gar Partei, erwählen, die ihnen genügend bekannt sind. Die bilden die noch halbdemokratische Interimsregierung. Nämlich so lange, wie die neue Regierung, ich nenne sie mal ›Aristarchie‹, Regierung der Besten, braucht, sich auszubilden.

Die nun braucht dazu eine Spezialschule. Denn die regierenden Aristoi, die Besten, müssen eines Geistes, einer jedem der Beteiligten in dieser Schule verständlichen und gebilligten Herzensgesinnung, sein, und nur das nenne ich Konstitution, auf die wir bisher nie Wert gelegt haben. Und das soll, da wir nichts Gerechteres kennen, der Geist Gottes sein. Dabei bleibe ich, auch wenn ich die Ungerechtigkeit gegen Nichtchristen gut wahrnehmen kann. Denn anders als bei anderen ›Religionen‹ will ja Gott für Seine Auserwählten Nächstenliebe, und die will doch eigentlich jeder. Und es geht nicht ohne Ansatzpunkt, was man bisher so kläglich einer geschriebenen ›constitution‹ zuschieben will.

Habt ihr wohl Hermann Hesses ›Glasperlenspiel‹ gelesen? Ja du Sonya, natürlich! Er stellt es in den Raum, ohne noch recht zu wissen, wozu. Ich schließe den Kreis und gebe dem, was er da visionär erschaut, – Hesse war aus einer christlich protestantischen Missionarsfamilie – einen Zweck. Denn so eine Geistesschule zur Staatsleitung der von klein auf auserlesenen Besten soll es werden, statt wie bei Hesse ein elitärer Klub, der abgeschieden nur seinem Spiel lebt. Ein Beispiel wohl, und noch kein gutes, ist die römische Kurie, die aus ihren Reihen den Papst wählt. So wählen dann diese Besten den oder die obersten Herrscher. Soll das ein König sein? Ja, einem König ›aus Gottes Gnaden‹ in seiner ›Majestät‹ zollt man mehr der nötigen Achtung. Oder meinetwegen ein Triumvirat, das hatten wir noch nie in unserer Nachäfferei der Klassiker! Wir umgehen ja auch so den großen Nachteil der Erbmonarchie, dass ein Schwacher und Unbegabter wie Friedrich Wilhelm II, ein Weiberheld und Verschwender, oder wie Zar Nicholas, auf den Thron kommt.

Über Singapur.hat Herm schon kürzlich berichtet. Diese Stadt auf der ›Rückseite‹ der Welt, ganz britisch entstanden, hat etwas Bemerkenswertes. Es wurde dort kürzlich ein Amerikaner nach deren Landessitte schwer bestraft, weil er mit Rauschgift gehandelt hatte. Das hagelte vergeblichen Protest von hier. Dort soll es, uns in den ›entwickelten‹ Ländern zur Schande, so sauber sein, dass man keinen Müll erblickt. Wer einen ausgekauten Kaugummi, wie hier doch gang und gäbe, auf die Straße spuckt, wird bestraft. Eine ganz gemischte Bevölkerung mit drei Sprachen wohnt in diesem unabhängigen Stadtstaat. Wie können die solch richtungsweisende Prinzipien aufrechterhalten in der doch zu vermutenden weil sonst in solchen asiatischen Ländern vorhandenen schlampigen, laschen Demokratie? Weil sie keine solche sind! Eine Chinesin von da hat es mir verraten: Ihre Regierung wird von Absolventen einer Eliteschule gebildet! Eine Aristarchie! Ich hatte die Idee, bevor ich davon hörte. Aber nun wird mir manches klar.

In einer Jesuitenschule herrscht Disziplin! Ich habe Vieles gegen die Jesuiten, wenn nur ihre Gegenreformation, oder wie sie Polen in der Geschichte erzogen haben. Aber wegen der Disziplin in ihrer Schule lernen die Schüler. Sie sind meist akademisch die Führenden in der Stadt oder im Land, wenn es auch komischer Weise nie lange hält. USA, mit dem Gegenteil dieser Prinzipien, hat sich bei allem Geld, aller Psychologie und modernen Ausbildungsmitteln, ans untere Ende der akademischen Reihe manövriert, das ist jetzt in der ganzen Welt bekannt. Das hält! Und lange. Ihr wisst ja selbst von diesen internationalen SAT Tests, wo die amerikanischen Schüler also nun die letzten der zivilisierten Welt geworden sind. Ja, wie soll man noch deutlicher beweisen, dass ihr System – und ich behaupte: wegen der rebellischen Revolution und der Demokratie – versagt? Sie haben ja jegliche sittliche ›Mitte‹ verloren. Ihre Schüler schwärmen von ›Freiheit‹, was das immer sei, wie jene Araber, die noch im entführten Flugzeug nach Osten gebeugt zu Allah beten, und knallen mit eingeschmuggelten Schnellwaffen Lehrer und Mitschüler sinnlos zu Tode! Da habt ihr, was ich eigentlich Konstitution, das Denken und Fühlen eines ganzen Volkes, nenne, nicht ›constitution‹, was ja eigentlich grundsätzliche Gesetze sind, die weil sofort veraltet, weil sie die Seele angehen, nicht gehalten werden. Denn ihr Freiheitsgeträum und solches Benehmen gehören zusammen, sind Ursache und Wirkung. Der amerikanische Stolz ist schlimmer als der der Sowjetmachthaber. Daher hat es bei den Letztgenannten früher geklappt. Usa ist weit davon entfernt, überhaupt erst seine Mängel kritisch aufzuzählen oder auch nur wahrzunehmen. Und die Deutschen, einst akademisch so vorbildlich, werden auch bald mit ihren Oberschülern in den SAT-Tests herabsteigen!

So eine Schule auf Staatskosten muss herbei! Darauf werden die ausgewählt besten Schüler aus dem ganzen Land erzogen. Wer dort besteht, hat sein Glück und seine Karriere gemacht, auch wenn er nicht, das können ja nicht alle, ins Oberhaus oder in die direkte Regierung kommt. Diese Staatsschule wird zu einer festen Tradition wie Eaton oder die besten Universitäten und Erziehungsinstitute etwa in der Schweiz. Sie hat ihren ›Geist‹, und der muss so poliert sein, dass er über jeden Zweifel erhaben ist. An den könnte auch die übelstwollenden militärischen Machthaber, wie an die Schweiz, nicht heran, ohne sich vor aller Welt und ihrem eigenen Volk unmöglich zu machen, ein Sieb der Gerechtigkeit und Weisheit! Das ginge in der Schweiz, weil sie so klein sei? Dann schafft eine ähnliche Lage, macht Deutschland so schwach (aber die Schweiz ist gut bewaffnet!) wie’s sein muss, vor allem aber, scheint mir, so voraussehbar friedlich.

Was studieren sie in meiner Glasperlenschule? Alles, was man braucht. Niemand kommt ohne Kenntnis dreier Sprachen heraus, und mit Kenntnis meine ich nur einen Maßstab: die entsprechenden Ausländer können ihn nicht als Fremdling erkennen! Also fängt er als Kind damit an, diese Sprachen zu sprechen. Was die Kinder der adligen Russen im vorigen Jahrhundert konnten, nämlich durch Hauslehrer aus dem entsprechenden Land – und schon im Kindesalter, vor dem elften Lebensjahr, das erscheint sehr wichtig – spielerisch perfekt, d.h. akzentfrei werden, das ist leicht nachzumachen.

Philosophie, Theologie, Geschichte! Soziologie, Psychologie, Medizin und Physiologie, Naturwissenschaften und besonders, was etwa ein Spion braucht, gründliche Kenntnis der Systeme und ganzen Konstitution des möglichen Feindes. Dazu Politologie und Jura. Natürlich nicht notwendig jeder alles. Wichtig auch Kriminologie, denn das schult die so nötige Fähigkeit, sich in einen anderen gedanklich hineinzuversetzen.

Dürfen Ausländer an diese Schule? Aber natürlich, besonders in die oberen Klassen, wenn nicht schon von Anfang an auf meiner Schule! Sie kämen ja sonst nur als Spione. Dürfen sie bis an die Spitze, gar in unsere Regierung? Aber ja! Ich vertraue dem Urteilsvermögen der früheren Mitschüler und späteren Kuriengenossen, die sie nämlich kennen, und nun Wähler, viel mehr als steifen Vorschriften. Auf Gesinnung kommt alles an! Sie sind dann nicht mehr national eingestellt, sondern auf die absoluteste Wahrheit, die wir kennen können, und die ist Gott! Also werden wir Brüder, unsere nationalen Ressentiments entfallen! Wir haben solche Gesinnung noch nie für unsere Regenten erkannt oder zu irgendeiner Pflicht gemacht, eher das Gegenteil – nämlich Patriotismus! Guckt euch mal die regierenden Oberhäupter etwa nur der USA an, (andere sind noch viel schlimmer!) ein rückgratloser Hanswurst, oder sogar Verbrecher, nach dem anderen! Ausgebildet? Intelligent? Vielleicht. Aber sie sind wohl zur Mehrzahl korrupt, lieben die Macht und das Geld und den Staat, aber nur den eigenen, wo sie Führer sind, lügen, auch unter Eid, brechen Ehe, verführen absichtlich das Volk, etwa zu ungewollten Kriegen wie Kennedy, Wilson und Roosevelt oder jetzt Bush und wissen innerlich nichts von Gott. Das ist auch die Konstitution solcher waffenschmuggelnder Schulschützen. Was nützt die beste Ausbildung? Ein korrupter Herrscher, das ist einer ohne Gesinnung, ohne Gott, eigentlich seelisch krank, benutzt gerade sie zum besseren Betrug!

Apropos ›brechen Ehen‹! Sollen Frauen auf meine Schule? Ja, aber mit Vorsicht. Denkt daran, die allgemeine Gleichheit aller Menschen auch auf sexuellem Gebiet ist eine humanistische Utopie. Aber mit Sicherheit kämen dann die Mädchen zunächst einmal in abgesonderte Klassen und Schulgebäude. Das wird in den höheren Klassen dann später sehr behutsam wieder abgebaut. Es hat sich gezeigt, dass in solcher Atmosphäre die herangewachsenen Burschen sehr viel höflicher und sexuell nicht so gierig zu den Mädchen sind, und die Mädchen, im Abklatsch des Männlichen, nach einiger Zeit ebenso zu den Burschen. Der Feind hat unsere Städte zerbombt – wir haben sie wieder aufgebaut. Der Feind hat, vielleicht unbewusst aus großer Naivität (Kinsey Report), unsere Moral versaut. Das geht als Problem der tiefen Konstitution viel langsamer als die Bomben, aber viel gründlicher. Aber sie ist das Hauptthema in unserem Webbhaus und das wichtigste Problem für alle Welt – zu lösen im einundzwanzigsten Jahrhundert. Also wird auch das Aufräumen so sein, nur müssen wir mal anfangen damit! Wir werden uns alle erst noch lange anstrengen müssen, überhaupt eine Strategie zu entwickeln, wie als dringendem Problem, der sexuellen ›western‹ Fäulnis zu begegnen sei. Aber ein Faktor, scheint mir, war in der Nachkriegszeit mit den Fress- und anderen Wellen, dass unsere alte würdige Schulordnung verdemokratisiert wurde, was sie ja nichtmal in der Weimarer Zeit war, und nun sämtliche Schulen Koedukation haben mussten. Das würde bei mir sofort wieder revidiert.

Stellt euch dazu – geht mir gerade durch den Kopf – nur mal den berühmten freien Willen und die Selbstbestimmung vor! Eine altehrwürdige Tradition eines Clubs oder einer Schule sei diese: Nehmen wir einmal an, dass es aus guten Gründen nur immer Männer dort gebe. – Aus! Du gehorchst! Jetzt wird gemacht, wie wir befehlen, nicht, was du willst! Das ist der Freie Wille! Das ist die Demokratie! Die auch ihre eigenen Ideale wie jeder andere Tyrann, mit Gewalt durchdrückt. Also kein Konkurrenz-unternehmen, kein Experimentieren mehr! Etwa auch, dass höhere Schulen in Usa schon heute immer eine bestimmte Quote Neger aufnehmen müssen, auch wenn die den akademischen Anforderungen nicht genügen. Ein Nein für ein Nein, sagt Gott.

Und noch eins! Sehr wichtig. Ein wesentlicher Punkt bei ihrer Wahl zum Regenten müssen die Machtgelüste, oder vielmehr die vollkommene Abwesenheit davon sein. Er muss, seinen möglichen Tod eingeschlossen, so auf Gottes Wege und das Wohl der ihm Anvertrauten eingestellt sein, dass ihm Geld oder Macht nicht einmal eine entfernte Versuchung sind. Eigene Macht und ihr Symbol, viel Geld, (»Freiheit«!) werden in der Bibel als eines behandelt und verurteilt. Geld sei die Wurzel allen Übels, oder der Mann mit der Rekordernte, der seine Scheunen vergrößern muss, damit seine ›liebe Seele‹ endlich im Reichtum zur Ruhe kommen könne. Das Kamel mit den dicken Geldsäcken will durchs Nadelöhr! Jesus weist alle Herrscherwürde für sich selbst streng zurück, bleibt arm, und eben weil logisch damit verbunden, stellt gar Seinen eigenen Willen unter den Gottes, Seines Vaters!

Andererseits wird eine Ablehnung der angetragenen Herrscherwürde in meiner Schule ganz verpönt sein. Das Wahlgremium hat sich nun für den einen der ehemaligen Schüler entschieden; menschlich besser kann kein Königsfinden sein. Also ist das für ihn der Wille Gottes, ausgedrückt durch die menschliche Obrigkeit. Und er hat keinen eigenen (Macht-) Willen mehr, keine Scheune zu vergrößern, seiner Seele Ruhe zu finden und seinen Reichtum anzubeten! Gerade das, das Fehlen seiner eigenen Gier auf die Regierungsmacht ist von großem Nutzen! Sagt nicht, dass es das noch nie gegeben habe. Ich erinnere an den König als ›ersten Diener seines Staates‹! Kann man Achtzehnjährige begeistern, in den Krieg zu gehen ohne Geld oder Macht und allenfalls sehr wenig Ruhm – gar als Kamikaze-Flieger zum sicheren Ehrentod! – in Aussicht zu stellen, dann kann man auch begeisterte selbstlose Menschen zu diesem höchsten Amt finden. Der Machtwille kam im frühen achtzehnten Jahrhundert über Frankreich zu uns, nicht nur als Folge der Revolution, sondern auch als Ursache davon! Wird nicht Zeit, dass wir uns einfach nur erst besinnen, was sie uns eingebracht hat?

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Über die Machtverteilung. Meine Regierenden nun kommen an die Macht ohne Parteikampf und millionenteure Wahlpropaganda, denn das Volk kennt sie ja nie gründlich genug, selbst wenn es weise wäre. Solche Millionen werden ja ausgegeben, um diese Lücke des Nichtkennens lügnerisch-prahlerisch zu schließen.

Nein, sie werden vom Oberhaus, der ›Kurie‹, ihren alten jahrzehntelang bekannten Kameraden, die ihren Geist und Gesinnung besser kennen als ihre Ehefrauen, ausgewählt und eingesetzt. Ich stelle mir dazu so einen Kandidaten vor, der gar nicht darauf brennt, ›an die Macht‹ zu kommen, sondern von den anderen als der geeigneteste anerkannt, sein Amt als von Gott verordnet in Demut gehorsam annimmt.

Jede Spiel-Opposition – und richtig eingesetzt, ist sie von Segen – wird von Sektionen des Oberhauses bestückt, und zwar meistens spielerisch im besten Einverständnis, wie eben die Spielgegner im ›Glasperlenspiel‹. Und was sie hier in den Demokratien aus falsch verstandener ›Freiheit‹ unterdrückt haben, muss wieder herbei: die seelische Führung hin zu Gott. In der Kindererziehung haben doch wenigstens einige wieder dieses Prinzip begriffen?

Sie nehmen nach gründlichem Studium die Stellung und Meinung möglicher Gegner an, kämpfen absolut unerbittlich und sieben und stählen damit ihre Kollegen. Alles soll auf Freundschaft und Kameradschaft beruhen, und absolute Ehrlichkeit ist von früh an eiserne Bedingung – außer natürlich, sie nehmen in so einem ›Glasperlenspiel‹ einmal die Rolle eines perfiden und lügnerischen Gegners an. Denn da müssen sie ja ihren Kameraden für das Leben und ihre Aufgabe stählen, also beizeiten impfen.

Vielleicht interessiert euch in diesem Zusammenhang, wie ich gedanklich auf dieses Modell kam? Durch mein Grübeln über den Teufel! Ich habe schon erklärt, dass für uns die Vermeidung der unvergebbaren Sünde sein muss, Gott zuzutrauen, dass Er der absolute Herr über den Teufel ist, der ›Starke also gebunden‹ ist. Das heißt, da der Teufel und seine Werke ja noch existieren, er muss eine von Gott gewollte und eingesetzte Instanz zu Seinen Zwecken sein. Die beiden stehen also zueinander wie meine freundschaftlichen Studenten der Meisterschule oder später die Regierungsmitglieder, im gegensätzlichen Lager aus einem höheren Zweck und unerbittlich und unermüdlich gegeneinander, aber nie in Feindschaft, die ist entweder längst erledigt oder, viel wahrscheinlicher, hat nie bestanden. Da sind zwei Rechtsanwälte in einer Stadt lange Freunde. Der eine wird von einer Partei für einen Privatprozess geheuert, und sein Freund für die Gegenpartei. Vergesst nicht, dass Gott die Liebe ist, nicht der Hass!«

Stichwort: »Ach, der Bernie klagt doch nicht!«

Das sagte mein (Öhrleins) Rechtsanwalt in einer deutschen Kleinstadt über seinen Freund, den Anwalt der Gegenpartei, auf meine ängstliche Anfrage nach deren Absichten. Er hatte völlig recht, Bernie klagte nicht! Das sagt alles, finde ich, über den Geist, den Mischa da beschreibt.

Mischa fährt in seiner Antwort fort:

»Was ich euch schon lange vorhatte, vorzutragen: Ein paar Gedanken über Machteifersucht. Wie hindern wir eigentlich in meiner Aristarchie einen Herrscher – König? – an der Spitze, daran, ein Tyrann zu werden? Ein ernstes Thema! Wir haben zwei mögliche Wege, der erste ist eine eingeplante Machtbeschneidung, eine »constitution«, die ihn gewaltig behindert, weil er vielleicht andere, bessere Gedanken hat, die die geschriebene constitution noch gar nicht kennt, etwa ein Gremium von Obermackern, wie das neue demokratische Komitee in Preußen, das den König so einengte, dass er nicht mehr regieren konnte und schon seine Abdankung geschrieben hatte. Da kam Bismarck und brach das doch schon Gesetz gewordene Gremium, indem er das umstrittene Geld, wie König und die alten rechtsgerichteten Beamten auch für richtig hielten, einfach widergesetzlich, aber notwendig, für die so nötige Aufrüstung ausgab, denn ohne dem hätten sie ein paar Jahre später nicht Frankreichs Angriffskrieg begegnen können. Das sahen aber nur die Alten, kriegs- und politikserfahrenen aus rechter politischer Sicht und Tradition

Oder, den anderen Weg! Der ist so neu, dass ihr ihn mir vielleicht nicht abkaufen werdet.

Ich widerhole meine Beschreibung des Dilemmas. Die neu eingesetzten Typen, die den Herrscher an seiner Machtausübung behindern, weil sie nicht die Einsicht haben können, die nun nur Einer, der Beste, hat, werden nun also dank ihrer eingeplanten höheren Macht selber Tyrannen! Erinnert euch, wir sind keine Demokratie mehr, mit der wurde gebrochen, als gerade das keine Mode mehr war, oder hoffentlich schon davor. Also, was machen wir mit einem hitlerverrückt gewordenen Monarchen?

Hier nun, was ich für neu und also noch nicht erprobt oder gar bewährt halte. Oftmal besteht eine gute Problemlösung imVorher! Damit meine ich, an der richtigen Stelle vorher eine Sicherung eingebaut zu haben.

Ein radiologischer Kollege von mir, Herm, sagt über folgendes Problem beim Kontrasteinlauf: Gibt man zuviel Bariumkontrast in den Dickdarm, gibt’s eine Schweinerei und man sieht im Schirm nicht, was man dringend zur Diagnose sehen muss. Wer nun das Problem kennt, hört mit Barium vorher und noch zur Zeit auf, wenn es eben im rechten Drittel des transversalen Colons angelangt ist, pumpt dann Luft hinterher und treibt die Bariumsäule ins Colon ascendens und bis ins Caecum, genau soviel, wie nötig!

Erinnert euch, Kriege werden gewonnen, bevor der erste Schuss fällt. Ein Hauptpunkt bei seiner Wahl zum Regierungsoberhaupt muss werden, wie und ob er mit Macht umgehen kann. Das ist wie mit Geld! Nachher einen Untauglichen austauschen geht nicht mehr! Das versuchten die Adligen unter Stauffenberg mit Hitler. Ich erinnere an seine grausame Rache, als alles fehlgeschlagen war, und alle ihm nolens– volens die Macht wieder einräumen mussten, falls er sie nicht gerade selber drastisch daran gehindert hatte!

Also, bei der Wahl müsst ihr sehr aufmerksam sein. Es muss einer sein, der nicht machtverrückt ist, der sich selbst vergesssen kann, weil er – biblisch – gestorben ist. Wir landen wieder, wenn wir Wahrheit suchen, bei Gott und seinem schon Eingesetzten! Hier ist der springende Punkt: Ein solcher Hitler darf erst gar nicht an die Herrschermacht kommen. Was hindert ihn eigentlich später, so wie Hitler auszuschlagen? Seine Seelengröße, Bescheidenheit, Nächstenliebe! Die müsst ihr, seine Schulkameraden, vorher und bei Zeiten sehen! Einen gewaltigen Vorteil habt ihr dabei, es wird ja die Selbstvernichtsung gerade dort gelehrt, gepredigt, vorgelebt. Da sollte es keinen mehr geben, der nicht selbst das als ein Ideal erkannt hätte und sich schon selbst still für sich und offen nur für Gott, darin schon immer eingelebt und eingeübt hätte?

Welche Rolle hat das Volkbei der Regierung und Machtverteilung? Ich benehme mich hier wie als Einwanderer in die USA: Alles sieben, das beste aus beiden Kulturen behalten! Die Demokratie hatte ein paar Vorteile, die werden übernommen, aber ohne ihren größten Erfolg, den Stolz auf illusionäre ›Freiheit‹, die niemand etwa auch nur definieren könnte und die soweit geht, etwa Koedukation und anderes (Kriege!) zu befehlen! Es gibt ein Unterhaus des Volkes. Es gibt natürlich lokale Regierungen. Da kann beinahe das Volk wählen, weil man sich genügend kennt. Aber das eigentliche Prinzip bleibt die Einsetzung ins Amt von höherer Regierungs- und Geisteswarte. Die Lokalwahlen hätten vielleicht den Vorteil, dass einem Cliquendenken zwischen einfachem Volk und Regierung vorgebeugt wird.

Ich sage voraus: Die Demokratie wird als eine Modeerscheinung wieder aus aller Welt verschwinden.

Und noch eines, sehr wichtig!

Jede Gemeinde, sagen wir über, oder jeweils für fünftausend Einwohner, hat eine öffentliche Stelle, wo ein Staatsbeamter sitzt, der das Volk, also jeden, auch Kinder, manchmal vor Zeugen, hören muss. Der siebt alle Eingänge und trägt die besten zusammen, endlich dem Unterhaus vor.

Also Bauer Müller findet die Fleischpreise zu hoch. Ihm muss geantwortet werden, wer die Preise mache, was der Bauer, der Metzger, der Kaufmann daran verdienen, aber auch, was man wie ändern könnte. Und das wird, wenn gerecht, dann auch unbedingt durchgeführt.

Witwe Bolte hat Ärger mit ihrem Mieter. Ihr muss klargemacht werden, dass das nichts für diese Volks-Regierungsbehörde ist, aber ihr muss weitergeholfen werden, an welcher Stelle sie Recht kriege. Es ist dort nicht nur eine Regierungsberatung, sondern eine beinahe mütterliche Weiterhilfsstelle.

Schüler Schulze hat phantastische Ideen über eine fast anarchistische Gesellschaftsordnung und Regierung. Ihm muss ausreichendes Gehör und Recht geschafft werden, Aufklärung und Überzeugung!, zu was seine Ideen führen würden.

So etwas, wirkliches Mitreden des Volkes statt nur ja oder nein stimmen zu können, wenn auch ohne jede direkte Bestimmungsgewalt, gibt es noch in keiner ›Demokratie‹!«

»Warum hackst du eigentlich immer so auf England herum?« fragt nun Jim sehr direkt als nächsten Punkt. Mischa antwortet:

»England hat es schon lange verstanden, sich selbst vor der Welt ein Engelsaussehen aufzusetzen, denkt nur an Deutschlands Verehrung oder – wegen der Sprache so ›convenient‹ – die, europäische Nachrichten betreffend, ganz auf England angewiesenen USA! Daher fällt die britische Selbstgerechtigkeit und das Weltrichter-Spielen mittels Halbwahrheiten zwanglos für viele Kritiklose unter den Tisch. Wenn nun wirklich innerlich Frieden werden soll, müssen erst diese Mängel offen ans Licht gebracht werden, damit wir, alle Nationen, ähnlich aber ehrlicher als über die Nazis nach Kriegsende, endlich ein wahrheitsgemäßes Bild des englischen Charakters und all ihrer Sünden, aber auch guten Qualitäten, erhalten.«

Nun will Bob wissen, ob und wie Deutschland seine verlorenen Gebiete wieder zurückerhalten soll.

»Damit sollen sie sehr zurückhaltend sein! Denkt doch an Preußens damaligen Teil von Polen. Sie sollen selber dazugehören wollen! Nur so sehe ich in der ja noch demokratisch fundierten Welt eine Anfangsmöglichkeit. Weil Deutschland im Idealfalle in Gerechtigkeit erblühen würde! So ganz ungeschrieben warten wir doch auf das Erwachen unseres Kaisers Barbarossa aus dem Kyffhäuser, wo er der Sage nach so lange schon schläft, dass sein Bart durch den Tisch gewachsen ist und erst erwacht und dann wiederkommt, wenn die schwarzen Rabenvögel nicht mehr um seinen Felsen kreisen. Na, noch sind solche ›schwarze Raben‹ recht munter im Kyffhäuser, Deutschland und der ganzen Welt!

Was passierte nach Hitlers Machtantritt, weil sie ihn gemütsmäßig für Barbarossa hielten? Eine ungeahnte Blüte! Es schien wie endlich wieder Recht und Wahrheit! Die Geburtenrate, durch allgemeine Depression gehemmt, schoss hoch, Selbstmorde und Arbeitslosigkeit zurück, der Wohlstand erblühte, ein frühes Wirtschaftswunder! Das Reich wurde zentralisiert wie Frankreich und England schon vor Jahrhunderten, die ›Länder‹ abgeschafft. Und alle nahmen’s willig an. Das Parteigezänk und ewigen verlogenen Wahlkampf gab’s nach ›Gleichschaltung‹ aller anderen Parteien nicht mehr! (Jetzt allerdings, log nur noch eine Partei!) Und jedem oder der Mehrzahl schien das recht. War das eine Demokratie? Eine Beispiels-, eine Musterdemokratie! Nie hat das Volk ehrlich mit höherer Rate dafür gestimmt – oder länger! von etwa 1934 an bis Kriegsende. Nur halte ich eben deswegen die ganze Institution Demokratie für segenslos. Es ist ja immer Schummel, nicht nur die Deutschen warten auf den richtigen Barbarossa, sondern die ganze Welt. Aber niemand hat Rechtsdeckung genug. Wie soll denn das Volk, das von den wichtigen Dingen gerade keine Ahnung hat, über die folgenreichsten Begebenheiten entscheiden können? Denn alle menschlichen Machtinstitutionen sind zu schwach. Stelle ich Schulze auf als den neuen Herrscher, stellst du Schmidt. Wie sollen wir gerecht ›wählen‹? Und jeder Mensch benimmt sich unter Stress oder nur in neuer Situation plötzlich ganz anders! Und schließlich haben die Demokratien der Welt sich ja schon selbst als schädlich herausgestellt. Und: Schulze ist gut in einem, Schmidt im anderen. Wie entscheiden?

Ein Amerikaner, der das Übergewicht der Umwelteinflüsse über die Gene herausarbeiten wollte, verglich in seinem Vortrag Hitler mit einem harmlosen Kleingärtner, den man in New Jersey als Nachbarn beim Blumengießen trifft! So wäre auch Hitler geworden, argumentierte er, wenn in dieser Atmosphäre aufgewachsen! Mich amüsierte das, nicht, weil es völlig überzeugte, obwohl viel Wahres daran, sondern weil Hitler ja schon im Privatleben wie ein Kleingärtner aussah. Die Deutschen erwiesen sich schon als reifer, weil sie ihre Wahl nicht an solche amerikanische Wahldummheiten banden, nämlich jeden Menschen nur nach seiner ja durchschaubaren und vorhersehbaren Umgebung oder dem lächerlichen Äußeren, wie Charlie Chaplin über denselben Hitler, einzuordnen. Dennoch bleibt es eine typische Ungezogenheit, ein Staatsoberhaupt so durch den Schmutz zu ziehen. Wo bleibt denn da eure vielgerühmte Freiheit auch über und für diesen Menschen?

Woher soll der eine über den anderen mehr Kredit haben? Noch hat ihn ja keiner erprobt. Und selbst wenn Schulze zunächst wahre Wohltaten zustande bringt, wird es nachher vielleicht ein umso schlimmerer Betrug! Eben wie bei Hitler. Wir sprachen doch schon über Menschewik und Bolschewik, die gar keinen so großen Unterschied hatten, oder Hitler und die Kommunisten im Berlin der Weimarer Republik. Beide nannten sich unter anderem Sozialisten. Deswegen muss eine Regierung einen höheren Anker haben, also ›aus Gottes Gnaden‹ sein. Weil nun niemand aus eigener Anstrengung gut oder gerecht sein kann, müssen überzeugte Christen als eine gottgegebene Obrigkeit in meine Schule und Regierung. Meint ihr nicht, die Jugend wäre wieder zu begeistern? Wenn sie freudig zum Sterben in den Krieg ziehen können, dann müsste man sie doch auch als nun Ältere, für Selbstlosigkeit und Gerechtigkeit unter Gott für den Staat und seine Regierung umso mehr wieder begeistern können!«

(Herm ist heute beeinflusst von dem eben Gesagten, besonders über den »Kleingärtner«, rede- oder schreibfreudig), wie hier etwa:

Ihr Herrscher der Welt! (hi hi! Als wenn es in diesem Roman noch einen anderen Alleswisser über mir gäbe!)

Wenn ihr wirklich Frieden wollt (statt nur einen Einstieg zum Eroberungskrieg, wenn ihr euch stärker fühlt), dann behandelt die möglichen Gegner wirklich liebevoll und anständig! Ihr hättet euch so Weltkrieg II sparen können, und den Ersten auch, unter der einfachen Formel »Liebe deinen Nächsten!« Schön, wie macht an das? Ach, ihr wart ja gar nicht mehr daran überhaupt nur interessiert! Aber wenn ihr solches Unrecht sät, so seid gewahr, dass es fortwächst in der misshandelten Nation in Generationen, und in der übrigen Welt auch. Denkt einmal verständig an die Zukunft!

Für unsere Zeit wären jetzt die Araber und anderen Muselmanen zu nennen. Behandelt sie anständig und nicht mehr so arrogant, weil Gott uns die Feindesliebe befohlen hat!

Es wird nur euer eigener Vorteil sein!«

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»Was nun die verlorenen Gebiete angeht, bitte ich zu bedenken, was hier im Daniel – «

fährt Mischa nun fort und blättert wieder in seiner auf dem Tisch gelassenen Bibel, die anderen ergreifen ihre, » – steht.

Ja, im fünften Kapitel. Daniel wird vor den König Belsazer gerufen, um die geheimnisvolle Schrift an der Wand zu entziffern ›Mene mene tekel u-parsin‹. Dazu hält er dem König eine Rede, wie sich sein Vater Nebukadnezar vor Gott gedemütigt habe und also wie Barbarossa, zu einem bestimmten Zweck in einer Ehrenhaft gehalten wurde, Belsazer aber nicht. Sein Vater also:

›. . .musste bei dem Wilde hausen und fraß Gras wie die Rinder; und sein Leib lag unter dem Tau des Himmels und wurde nass, bis er lernte, dass Gott der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem Er will. Es wird endlich Schluss sein in Europa mit dem endlosen Gerangel nach Macht und Ländereien, wenn wir endlich dieser einfachen Tatsache wieder glauben, Gott macht jede Grenze und gibt das Land, wem Er will! In der Bergpredigt hat Er uns sogar verraten, wer das sein wird: (ausgerechnet:) die Friedfertigen.

Nun, all ihr Herrscher und Denker der Welt, das kann doch nur entweder wahr oder eine große Lüge sein!

Wenn Lüge, dann versucht’s doch wie bisher und seid gewiss, mit demselben Misserfolg! Wenn aber wahr, dann bis ins i-Tüpfelchen so. Dann muss auch wörtlich stimmen, dass die Friedfertigen die Welt besitzen werden. Also lade ich euch einmal ein, Pioniere und Erforscher der Wahrheit zu werden. Was habt ihr, was nur Deutschland angeht, schon zu verlieren? Vom Altertum über Mittelalter, aber am gründlichsten in unserer Zeit, ist Deutschland von gierigen Nachbarn immer nur verkleinert worden und in großen Bissen angefressen! Also probiert doch wenigstens einmal das neue Alte!

Da werden sich die Nordschleswiger selber bemühen, wieder ›up ewig ungedehlt‹ zu werden und bitten, wieder dazugehören zu dürfen, oder die in Böhmen leben, werden geltend machen, dass sie auf einem Lehen alten deutschen Reichslandes wohnen, und daher bitten, auch als Volk wieder dazugehören zu dürfen, sie würden natürlich Deutsch sprechen., die Ostpreußen gar, dass ihr Land das der Pruzzen sei, die von den Ordensrittern besiegt und vertrieben wurden, also daher das Land der deutschen Ordensritter und nie Polens. Und je mehr wir aufgeben, nach Landbesitz zu streben, desto mehr wird er uns zufallen.

Es wird wie in der erotischen Liebe sein! Je weniger du danach jankerst, desto mehr fällt sie dir zu!

Allerdings gibt es in beidem kein Spekulieren! Du musst bereit sein, anzunehmen was kommt wie mein Kandidat die Wahl, eben weil Gott es ist, Der gibt. Derjenige hat Glück in der Liebe (in jeder Liebe!), der sich selbst vernichtsen kann, der innerlich wirklich bereit ist, auch ganz zölibat oder in seiner Zurückweisung, auf Gott wartend, zu leben.

Wenn sie nicht zu uns gehören wollen, so sollen sie draußen bleiben, frei in Sprache, Kultur und Zugehörigkeit, wie sie wollen. Das war doch immer stolzes Recht in Deutschland, wenn auch, siehe oben, mit vielen Nachteilen verbunden, ein freiwilliger Bund gleichberechtigter Länder. Das Wort deutsch hieß bei den Germanen nichts anderes als ›allgemein‹, also allen Stämmen gemein.

Die auf die britischen Inseln ausgewanderten ehemaligen Sachsen fragen die auf dem Festland, die ihnen zuerst begegnen, was die nun eigentlich seien. Antwort: ›Deutsche!‹ Sie begriffen nicht mehr, was das bedeutet und nannten die Bewohner des ganzen Landesteils bis heute in der ihnen typischen Verballhornung ›Dutch‹.

Sind nicht Luxemburg, Niederlande, Belgien, Böhmen, Ostpreußen, Schweiz oder Österreich, dazu Elsaß, Lothringen und Nordschleswig, alles alte Reichsländer, frei wie sie wollen (oder von Dritten zum Gegenteil gezwungen worden – Österreich von England, Belgien von Frankreich und Spanien)? Gibt es solche Abspaltstaaten etwa bei Frankreich oder England? Ganz im Gegenteil: die ehemaligen Ausländer, anders in Sprache, Kultur und Abstammung, wurden dort zwangs-einverleibt! (Schotten, Iren, Walliser, auch Belgier und die westlichen Deutschen der bis heute von Frankreich geklauten Provinzen. Ganz früh gegriffen auch die Normandie, Nordmannland, die zur Eroberung Englands schon mächtig französisch sprachen, obgleich doch sie vom skandinavischen Norden die ursprünglichen Eroberer dieses Teil Frankreichs waren. Und bei einem Versuch auszubrechen, hat England den Iren wiederholt Zwang angetan, haben Engländer nach dem Unabhängigkeitskrieg Amerikas, man muss ihre Intrigen fast bewundern, den jungen USA ihre Sprache aufgezwungen oder aufgemogelt, die eigentlich Deutsch dazu machen wollten, haben ehemalige Engländer nach der Einverleibung des Indianerlandes später in USA einen Bürgerkrieg angefangen und den nach Unabhängigkeit strebenden Süden wieder hereingezwungen. Als das gerade nicht mehr Sowjetunion heißende Russland das auch versuchte bei ihren bis dahin Satelliten Litauen, Estland und Lettland, hat der Westen – ich erwähnte ja schon ihre Hegemonie- und Machttricks, hat wohl auch das alte Freiheitsgesäusel wieder herhalten müssen – das erfolgreich verhindert.«

Die nächste Frage kommt von Rudi, und Mischa gibt sie zuständigkeitshalber an Sam weiter.

»Warum sagt ihr immer ›Jeschua‹ oder sowas, für ›Jesus‹? Und Sam antwortet:

»Weil Er so heißt! Es ist dies der bedeutendste Name unserer Weltgeschichte auf der Erde. Vor Ihm werden sich aller Knie beugen und jeder Mund bekennen, dass Er der Herr aller Herren, Gott in für uns fassbarerer Gestalt ist. Er ist ein Jude aus dem Stamm Juda, und Sein Name ist Jeschua, war es von allem Anfang an, als der Engel Seinen menschlichen Eltern diesen Namen befahl, nicht vorschlug, all ihr freien Demokraten! Und sie haben sich sofort wegen Gott in Unfreiheit gefügt! Übrigens ist das derselbe Name Josuas aus dem Alten Testament, Moses’ Nachfolger, einem der wenigen, dem die Bibel keine Sünde bescheinigt. Der Name bedeutet: ›Gott errettet‹.

So hieß Er auch, nachdem die Römer als Beherrscher ins Land kamen. Sie konnten oder wollten als Weltbeherrscher den Namen nicht aussprechen, das wäre Erniedrigung gewesen! Ihre Sprache sowie die damalige Weltsprache Griechisch kannten kein ›Sch‹, auch hatte die Endung des Namens in ihre Deklinationen zu passen. Also wurde der höchste Name zu ›Iesus‹, später ›Jesus‹. Das ist alles noch verständlich und verzeihlich, denn Gottes Neues Testament wurde auf Griechisch niedergeschrieben, und so kam der Name des Höchsten als Jesus in alle Länder.

Heute gibt es ein anderes Weltreich. Das hat den verballhornten Namen, statt ihn wieder zu rekonstruieren – ›Jeschua‹ kann man auch auf Englisch leicht sagen – noch einmal auf seine Weise verkauderwelscht. In dessen Sprache gibt es nun sehr schön den Sch-Laut. Der J-Laut dagegen, Y geschrieben, obgleich von den mittelalterlichen Mönchen, da also noch vom Volk richtig ausgesprochen, auch noch richtig für diesen hebräischen Konsonanten mit ›J‹ wiedergegeben, ist er bei ihnen inzwischen zu ›Dsch‹ geworden, und über den Vokalverschleiß, e zu i und u zu a, hat euch schon Herm aufgeklärt. Ergebnis? ›Dschiesass‹!

Da fand ich es an der Zeit, wie Ihn die Judenmission in New York beispielsweise schon lange nennt, auf Seinen Originalnamen zurückzugehen.«

Übrigens muss ich hinzufügen, dass seit dann bei uns auch der richtige Name Jeschua üblich wird. also des stillen und bescheidenen Sams Wort schon soviel Gewicht bei uns hat.